Mit René Peier zu arbeiten, macht Spass und erfrischt den Geist. Gerne gibt man sich seiner Lust an Sprache und Sprechen hin und analysiert gemeinsam mit ihm den zu sprechenden Text.
Körper, Stimme und Geist sind die drei Säulen, die den Kern seines Sprechtrainings bilden. Da die Arbeit mit der Stimme des ganzen Körpers bedarf, galt es zu Beginn durch ausgesuchte Körper- und Atemübungen, Haltung, Spannung und Sitz der Stimme zu finden. Parallel dazu fanden erste Sprechübungen statt, mit der einzelne Laute trainiert und eine klare und saubere Aussprache erreicht wurde. Niemals waren diese Übungen mechanischer Selbstzweck, immer standen das Vergnügen an Laut und Klang der Sprache sowie das Ausprobieren und Entdecken im Zentrum. Gleichzeitige Konzentration auf das Sprechen, das Zuhören und das Variieren vermittelten bald schon ein Gefühl für das eigene Stimminstrument und führten fast unmerklich zu einer immer besseren Beherrschung.
Bald schon begann René Peier damit, uns erste Gedichte und Passagen aus Theaterstücken vortragen zu lassen. Dabei bildete das Text-Verständnis im doppelten Sinne Ausgangs- und Endpunkt der Arbeit. Nach dem ersten gemeinsamen Lesen folgte die Beschäftigung mit dem Inhalt: Was sagt der Text aus, was steht zwischen den Zeilen, welche Stimmung vermittelt der Text, was bedeutet das für den Vortrag. Ziel war nicht der „schöne“ Vortrag, sondern die Befähigung, den Text so zu Gehör zu bringen, dass der Inhalt und die Aussage unmittelbar verstanden werden.
Wie es für einen guten Lehrer charakteristisch ist, wusste René Peier uns unmerklich zu führen und immer wieder zu besseren Leistungen anzuspornen und über eigene Widerstände hinauszugehen. Er arbeite mit jedem von uns und seinen individuellen Möglichkeiten, immer aufmerksam zuhörend und bedacht korrigierend.
Dank René Peiers umsichtigem Unterricht bestritten wir schliesslich einen einstündigen Gedichtabend vor Publikum. Dass einige am Ende bemerkten, sie hätten nicht gewusst, wie spannend Gedichte seien, sagt das Wesentliche über René Peiers Unterricht aus.
Alix von Przychowski und Axel Langer